Türken sind geschockt
Bei den EM Qualifikationsspielen der Gruppe C begegneten sich am 08.09.2007 die Türkei und Malta. Der Tag trug eine besondere Bedeutung für die Gegner: Sie feierten den Jahrestag ihres Sieges gegen das Osmanische Reich im Jahre 1565. Speziell für dieses Spiel wurden Werbeplakate ausgehängt, auf denen ein Ritter abgebildet wurde, dessen Kopf einen Fußball darstellte. Sie vermittelten den Eindruck, als würden sie sich für einen Krieg rüsten. Diese negative Stimmung führten die Fans aus Malta weiter, indem sie vor dem Anpfiff die türkische Nationalhymne auspfiffen. Die Nationalhymne von Malta, die dann an zweiter Stelle gesungen wurde, empfingen die türkischen Fans jedoch mit Respekt, sodass weiteren Unannehmlichkeiten aus dem Weg gegangen wurde. Eine vorbildliche Reaktion seitens der Türken.
In der Anfangsphase des Spiels konnte keine Seite Druck aufbauen, wodurch sich das Match größtenteils im Mittelfeld abspielte. Der haushohe Favorit Türkei konnte keine nennenswerten Angriffe aufbauen, was in der 39. Minute bestraft wurde: Der Verteidiger Said erzielte nach einem Eckball das 1:0 für die Gastgeber. Nur eine Minute vor dem Anpfiff zur Halbzeitpause kam dann der Ausgleich vom Schalker Stürmer Halil Altintop. Nach einem hervorragenden Pass von Ayhan Akman, der in der 30. Minute für den verletzten Youngstar Arda Turan eingewechselt wurde, kam eine gute Flanke von Ibrahim Üzülmez auf Halil Altintop, der den Ball zunächst gegen die Torlatte zielte, von dem der Ball gegen den Torhüter prallte und in das Tor rollte. Mit einem Spielstand von 1:1 gingen die Spieler in die Kabinen.
In der zweiten Hälfte des Duells schaffte es die türkische Nationalmannschaft allmählich, das Spiel auf die gegnerische Hälfte zu verlagern. Es gab zahlreiche Chancen, die jedoch großzügig vergeben wurden. Die Taktik Maltas auf Konter zu spielen erwies sich dann in der 76. Minute als erfolgreich, da Schembri das 2:1 erzielte. Nur eine Minute nach ihrer Führung antwortete die Gastmannschaft dann mit Servet, der einen Eckstoß erfolgreich mit einem Kopfball in ein Tor verwandelte: 2:2. In der Hoffnung noch in Führung zu gehen attackierten die türkischen Spieler pausenlos, doch leider ohne Erfolg. Die größte Chance verpasste in der 82. Minute Emre Belözoglu, nachdem er den Ball aus einer freien Position gegen den rechten Pfosten schoss. Der Schweizer Schiedsrichter Stefan Messner pfiff nach vier Minuten Verlängerung rechtzeitig ab.
Fatih Terim, Trainer der türkischen Nationalmannschaft, betonte bei seinen Aussagen nach dem unnötigen Punkteverlust, dass sie gegen Malta kein gutes Spiel an den Tag legen konnten. Er sagte, dass „sie sich nun auf das Spiel am Mittwoch vorbereiten werden“, bei dem Ungarn zu Gast in der Türkei sein wird. Terim wird jedoch seitens der türkischen Medien hart kritisiert. Die Tageszeitung „Hürriyet“ schrieb, dass das Einkommen der Spieler von Malta nicht einmal die Hälfte des Einkommens von Terim sei. Somit stellt „Hürriyet“ die Frage, wie es möglich sei, dass eine Mannschaft, in der nur sieben Spieler Profifußballer sind, gegen eine Mannschaft gewinnt, die aus Stars besteht. Ein anderer Kritikpunkt ist dieser, dass Terim Spieler wie Emre Belözoglu (Newcastle United) oder Tuncay Sanli (FC Middlesbrough) spielen ließ, obwohl sie in ihren Clubs kaum eine Chance erhalten und dementsprechend nicht in Form sind.
Meiner Meinung nach sollte man nun in die Zukunft schauen und nicht den Kopf an diesem Spiel zerbrechen. Am Mittwoch findet eine sehr wichtige Begegnung mit Ungarn statt, in der die türkische Nationalmannschaft unbedingt als Sieger hervorgehen muss. Fatih Terim mag zwar bei seiner Aufstellung Fehler gemacht haben, doch dies ist menschlich. Das wichtige ist, dass er nun seine Fehler erkennt und in den nächsten Spielen diejenigen, die nicht in Form sind, auf die Bank setzt.

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4 Kommentare
1.
E. S. schrieb am 10. September 2007 um 10:24
Stimmt, die Türkei muss nach vorne schauen. Solche Spiele gibt es nun mal. David gegen Goliath. Doch haben die Türken ihr Potenzial bei weitem nicht ausgereizt. Viele solcher Patzer dürfen sich die Jungs nicht mehr erlauben. Über die Taktik kann man streiten. Doch halte ich vor allem die Besetzung im Mittelfeld für falsch. Zu viele Individualisten und Regisseure mit zu vielen Ballverlusten aber keine Kämpfer vor der Abwehr. So kommen viel zu viele Gegentore zustande weil die Abwehr am falschen Fuß oder in der Vorwärtsbewegung erwischt wird.
2.
Ansgar schrieb am 01. January 2008 um 11:32
Hallo! Mal eine Frage - laut fussballdaten.de waren 18000 Zuschauer bei diesem Spiel, angesichts einer Einwohnerzahl von 40000 der ganzen Insel schon Wahnsinn! Mich würde mal interessieren, wieviele davon Gästefans waren. Wäre nett, wenn Du per E-Mail antworten könntest! Schöne Grüße, Ansgar
3.
B. A. schrieb am 09. January 2008 um 19:51
Leider war ich bei meinen Recherchen nach diesen Informationen nicht allzu erfolgreich. Doch wenn man davon ausgeht, dass Gästefans meistens maximal 5% des Stadions belegen, werden es nicht sonderlich viele sein. Meine Vermutung würde so ca. bei 500-1000 Fans liegen…
4.
kare schrieb am 19. May 2008 um 17:06
Es waren von 18000 Fans 5000 Türkische dabei weil die türken durften nach der Erlaubnis von der Fifa diese Rechte holen aber es durften nur 200 rein.