Fußballspiele bei zu kaltem Wetter
Das bevorstehende Topspiel der Turkcell Süper Lig zwischen Sivasspor und Fenerbahce Istanbul hat heikle Diskussionen ausgelöst. Angesichts der Tatsache, dass in der türkischen Provinz momentan Temperaturen von mehr als -15°C herrschen, stellen sich viele Experten und Fußballfreunde die Frage, ob das Spiel nicht verschoben werden sollte. Auch die Erfahrungen vom letzten Heimspiel Sivasspors, das vor zwei Wochen gegen den 6-maligen türkischen Meister Trabzonspor stattfand (2:0), bekräftigen diese Zweifel. Während des letzten Heimspiels mussten die Spieler bei Tempreaturen von -20°C bis hin zu -25°C ihr Können zur Schau stellen. Dabei war deutlich zu beobachten, dass ein großer Teil der Professionellen mit den schweren Wetterverhältnissen nicht zurecht kamen. Die Gliedmaßen froren sogar zum Teil ein, was dazu führte, dass vor allem die Gästespieler Probleme mit ihren Ohren bekamen. Sollten Partien bei zu kaltem Wetter verschoben werden?
Meiner Meinung nach lautet die Antwort definitiv negativ. Eine Verschiebung der Spiele würde für den Gastgeber heißen, dass man ihn seiner Heimvorteile enteignet, was nicht zu akzeptieren ist. Die so genannten Heimvorteile wie z.B. die deutliche Mehrheit der eigenen Fans, das Spielen auf vertrautem Boden, das Klima der jeweiligen Region usw. sind völlig legitime Verhältnisse, auf die jeder Club einen Anspruch haben darf. Außerdem ist zu bedenken, dass selbst in Gebieten wie Russland Spiele aufgrund des Wetters nicht verschoben werden. Die Spieler dort haben keine verschiedene Anatomie als Spieler aus wärmeren Gegenden. Vor allem türkische, griechische, brasilianische und viele andere Spieler, die aus wärmeren Ländern stammen und in Russland ihre Karriere weiterführen, müssten es dann sehr schwer haben, dort Fuß zu fassen. Aber siehe da: Hasan Kabze, Fatih Tekke oder Stjepan Tomas sind recht erfolgreich bei ihren derzeitigen russischen Clubs.
Andererseits muss für alle Spieler die Sicherheit ihrer Gesundheit gewährleistet bleiben. Somit sollte es erlaubt sein, beispielsweise mehrere Trikots übereinander anzuziehen oder einen Ohrschutz zu tragen, um diese vor der Kälte zu schützen. Ein anderer Aspekt ist dieser, dass das Spielfeld bespielbar sein muss. Um diese Bedingung zu erfüllen, ist es notwendig, dass der Gastgeber rechtzeitig Maßnahmen ergreift und das Spielfeld – soweit es möglich ist – spielbereit macht.

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Ein Kommentar
1.
Beko schrieb am 26. January 2008 um 15:40
Bezeichnenderweise wird diese Disskussion nur geführt, weil der renommierte Klub Fenerbahce demnächst gegen Sivas unter schweren Wetterbedingungen spielen wird. Im Spiel gegen Trabzonspor stand diese Frage nicht einmal zur Debatte. Diese Tatsache möchte ich nicht weiter kommentieren. Denn es spricht für sich!
Aber dennoch bin ich der Meinung, dass während einer Begegnung im Sport, die Außenfaktoren nicht die Leistungen der Sportler einschränken, bzw. behinder dürfen. Ob dies in Sivas derzeit der Fall ist kann ich nicht einschätzen. Aber dass es bei einer gewissen Kälte unmöglich ist Fußball zu spielen, dürfte nicht zu bestreiten sein. Dafür bedarf es vielmehr einer Regelung durch die Fußballgemeinschaft, an der sich dann alle Klubs und Spieler richten müssen.
Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass der Erfolg des mittelanatolischen Klubs Sivas nicht nur auf die aufgezählten “Heimvorteile” reduziert werden kann. Schließlich bedarf es für die Spitze auch auswärtige Erfolge. Sivas hat mich in dieser Hinsicht positiv überrascht.