Ein torloser Abend mit klarem Sieger
Beim Istanbuler Derby am vergangenen Sonntagabend begegneten sich zwei Erzrivalen im Viertelfinale des Fortis Türkiye Kupasi. Galatasaray Istanbul war zu Gast im Sükrü Saracoglu Stadion, wo sie sich seit sage und schreibe neun Jahren nicht einen einzigen Punkt holen konnten. Neben dieser psychologischen Belastung für die Spieler und auch für die Anhänger des Traditionsclubs bereiteten sowohl die Verletzungen zahlreicher Stammspieler wie Cassio Lincoln, Tobias Linderoth, Shabani Nonda und Okan Buruk, als auch die Abwesendheit von afrikanischen Profis wie Rigobert Song und Ahmed Barusso große Sorgen. Den „Löwen“ mangelte es vor allem im Mittelfeld an Personal. Ayhan Akman war zwar wieder gesund, doch nach seiner mehr als viermonatigen Verletzungsphase noch lange nicht fit genug für solch eine Begegnung. So musste das Team in gelb-rot mit elf türkischen Spielern auf den Platz, deren Durchschnittsalter unter 26 war. Zog man all diese Aspekte in Anbetracht, so war es für viele von Anfang an klar: Fenerbahce würde Galatasaray vor den Augen der eigenen Fans regelrecht vorführen. Wie war es möglich, dass diese Absicht nicht verwirklicht werden konnte und Galatasaray – wenn auch nicht auf Papier – als Sieger aus dieser Partie hervorkam?
Eines ist gewiss: Die „Löwen“ waren mental sehr gut auf dieses Match vorbereitet. Dabei spielten provokative Haltungen der Medien gegenüber Galatasaray sicherlich eine große Rolle. Vor dem Spiel gab es kaum Kommentatoren, die Fenerbahces Sieg nicht als sicher empfanden. Darüber hinaus hatte die Fußballwette „iddaa“ bei dieser Partie für den Sieg Galatasarays hohe Gewinnwerte festgesetzt, was wiederum bedeutete, dass sie Fenerbahce als Favoriten betrachteten. So kann man sagen, dass die Spieler es unbedingt beweisen wollten, dass sie auch ohne ihre Stammspieler Stars wie Alex, Roberto Carlos und Semih Sentürk ausschalten können. Es hat funktioniert.
Ein anderer Anhaltspunkt ist dieser, dass Fenerbahce seinen Gegner zu sehr unterschätzt hat. Die so genannten „Kanarienvögel“ schwebten in Größenwahn. Sie flogen immer höher und höher, ohne sich darüber Gedanken zu machen, auf vehementen Widerstand stoßen zu können. Und genau dies passierte. Die Löwen zeigten ihre Krallen, kämpften, rissen den Vogel vom Himmel und siegten letztendlich. Fenerbahce spürte wieder den Erdboden unter den Füßen. Spielerisch wurden sie so vorgeführt, dass sie es vermutlich unter der Erde lieber hätten. Sie können sich wohl als glücklich schätzen, dass die rot-gelben ihre Chancen nicht verwerten konnten.
Kurz gefasst: Fenerbahce mit seinen wertvollen Stars, Galatasaray mit Spielern, die zum Teil noch nie solch ein Derby bestritten haben. Mal von Ayhan Akman abgesehen, der in den letzten 30 Minuten eingewechselt worden war, bestand das Mittelfeld aus Serkan Calik (21), Baris Özbek (21), Mehmet Topal (21) und Arda Turan (21). Allein diese Erkenntnis müsste schon genügen, um den Titel des Beitrags nachvollziehen zu können.

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