27. March 2008

Ronaldinho und Fenerbahce

In den letzten Tagen häufen sich die türkischen Medien wieder einmal mit Transfersgerüchten bezüglich der größeren Mannschaften. Die sensationellste dieser Gerüchte lautet: Aziz Yildirim, Präsident Fenerbahces, möchte zur neuen Saison den zweimaligen Weltfußballer Ronaldinho verpflichten. Dies habe Roberto Carlos in einem Interview in den spanischen Medien geäußert. Yildirim soll bereit sein, 90.000.000 € für den Brasilianer auszugeben. Die Möglichkeit einer Verpflichtung wächst, wenn man bedenkt, dass Ronaldinho bei seinem derzeitigen Club FC Barcelona sehr unzufrieden ist und am Ende der laufenden Saison gerne die Katalanen verlassen würde. Ist es nicht dennoch eine utopische Vorstellung – Ronaldinho in einer mittelklassigen Liga?

Was die Finanzen Fenerbahces angeht, dürfte es da keine Probleme geben. Bekanntlich sind sie die reichste Mannschaft der Türkei und selbst Transfers in dieser Größe dürften sie mit Leichtigkeit vollbringen. Vielmehr wird es an dem Namen des Clubs und dem Image der Liga scheitern – denn der türkische Traditionsclub zählt immer noch nicht zu den „Großen“ Europas, auch wenn sie diese Saison im Viertelfinale der Königsklasse stehen. Um sich zu behaupten, müssen sie erst einmal zeigen, dass sie ihre erbrachte Leistung auch konsequent durchhalten können. Was die Liga betrifft, sieht es noch schlimmer aus. Lediglich die Namen dreier Teams sind weltweit bekannt. Die restlichen Mannschaften kennen leider nur die Wenigsten außerhalb der eigenen Landesgrenzen. Letzterzeit machen zwar Clubs wie Sivasspor oder Kayserispor den großen Vereinen aus der Türkei etwas Konkurrenz, jedoch haben sie noch einen langen Weg vor sich, um an Erfolg und Popularität zu gelangen. So gesehen besteht in der Liga nur ein Konkurrenzkampf zwischen einigen vorher bestimmten Teams statt. Meistens kann man die Ligatabelle vorher schon im groben einschätzen, und dies ist ja nicht wirklich der Sinn einer Liga.

Doch in meinem Kopf wirbelt eigentlich eine ganz andere Frage herum. Ist es überhaupt von Vorteil, diesen Weltstar zu verpflichten? Es ist allseits bekannt, dass er kein diszipliniertes Profileben führt. Oftmals wurde er nachts in diversen Discotheken und Bars geblitzt. Heute trat sogar noch ein Skandal des Brasilianers in den türkischen Medien auf: Ex-PSG-Trainer Luis Fernandez erklärt in seinem Buch, dass sein ehemaliger Spieler Ronaldinho bei Trainingscamps entgegen seinen Vorschriften Frauen in sein Hotelzimmer einlud. Er geht sogar noch einen Schritt weiter: „Auch wenn seine Mannschaftskameraden protestiert haben, machte dies für ihn nichts aus. Er sah sich den anderen Spielern überlegen.“ Auch würde er während einer Partie seinen Anweisungen nicht folgen.

Der zweimalige Weltfußballer fiel zuletzt auch bei seinem derzeitigen Club negativ auf, weil er nicht am Training teilnahm. Seine Probleme mit dem Trainer sind ohnehin allseits bekannt. So ist zu bezweifeln, dass er sein Verhalten bei einem neuen Verein verbessern würde. Bei seiner Verpflichtung wird er zwar viele Fans in die Stadien ziehen, dem Verein durch Trikotverkäufe finanziell großes beitragen und auch die Popularität Fenerbahces in die Höhe treiben, jedoch wird Ronaldinho zweifellos auch Probleme mit nach Istanbul bringen. Kann man für solch einen Weltstar diese Probleme in Kauf nehmen? Der Vorstand müsste die Vor- und Nachteile einer Verpflichtung gegenüberstellen und meine zuletzt gestellte Frage gründlich überdenken. Vielleicht sollte man doch lieber die Finger von ihm lassen.

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3 Kommentare

1. oguzhan schrieb am 07. April 2008 um 15:03

ronaldiho kommm bitte zu fenerbahce bitte

2. Ronaldinho zieht es nach Mailand « Ronaldinho, Aziz Yildirim, Samuel Eto'o, Ablöse, AC Milan, Mailand, Italien, Gazzetta dello Sport, Mittelmeer, Ablösesumme, 90 Millionen Euro, 30 Millionen Euro, Adriano Galliani, Roberto de Assis « schrieb am 12. April 2008 um 14:51

[...] sollte oder man sich freuen darf, sollte jeder für sich entscheiden. Mein Standpunkt ist in „Ronaldinho und Fenerbahce“ zu [...]

3. hakan günes schrieb am 18. July 2008 um 23:02

danke schön.

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