09. April 2008

Chelsea unverdient weiter

Der Traum hat ein Ende gefunden: Fenerbahce Istanbul ist nach einem klar überlegenen Spiel gegen den Favoriten Chelsea London im Viertelfinale der Königsklasse ausgeschieden. Torschütze war Michael Ballack, der in der vierten Minute nach einem Abwehrfehler der Türken den Ball einfach nur reinköpfen musste. Mehr ein Fehler der Abwehr statt des Könnens des deutschen Nationalspielers. Alle Hoffnungen auf ein Tor wurden dann in der Endphase des Spiels zerstört, als Chelsea bei einem Konterangriff zum zweiten Mal das Netz flattern ließ. Letztendlich endete die Partie dann auch mit 2:0.

Nach dem Rückstand haben sich die Türken keinesfalls hängen lassen, denn sie wussten – ein Gegentor, und die nächste Runde wäre erreicht. Mit dieser Einstellung dominierten die Jungs aus Istanbul über 90 Minuten hinweg diese äußerst spannende Begegnung. Zwischendurch gab es gefährliche Angriffe der Londoner, die sie aber nicht zu verwandeln wussten. Aber auch die Türken hatten Schwierigkeiten, sich sichere Chancen zu erkämpfen. Es war ein Spiel im Mittelfeld.

Bei den Zooms auf Chelsea-Trainer Avram Grant war seinem Gesicht deutlich anzumerken, dass er seinen Gegner fürchtete. Chelsea hatte nun endlich begriffen, dass man die Türken nicht unterschätzen darf. Dies ging sogar so weit, dass Grant in der 60. Minute den bis zu diesem Zeitppunkt in der Offensive effektivsten Mann Kalou auswechselte und stattdessen Belletti auflaufen durfte – ein Abwehrmann. Der israelische Trainer war also höchst zufrieden mit diesem Ergebnis. Ein Zeichen für Schwäche. Doch trotz der schlechten Leistung der Londoner und die des miserablen Torhüters Hilario, der in der Turkcell Süper Lig höchstens bei einem Abstiegskandidaten evtl. Spielerfahrung einsammeln könnte, hat der Schicksal den Einzug ins Halbfinale nicht erlaubt.

Einige letzte Worte sind aber noch der türkischen Presse zu widmen. In nahezu jeder Tageszeitung oder Sportwebseiten sind Danksagungen an Fenerbahce Istanbul zu lesen. Warum? Weil sie gegen einen Chelsea verloren haben, der ihnen weitaus unterlegen war? Aufgrund einer 2:0 Niederlage? Oder weil sie ausgeschieden sind? Es mag sein, dass dies ein Aufmunterungsversuch der Presse sein soll, jedoch denke ich, dass dieser Versuch sozusagen „in die Hose gegangen ist“. Dadurch hat man nämlich ausgedrückt, dass Fenerbahce den europäischen Topclubs wie Chelsea unterlegen sei, was aber keineswegs der Fall ist. Mir scheint es so als hätten einige Persönlichkeiten Minderwertigkeitskomplexe. Diese Mannschaft hatte die Reise nach Moskau verdient. Warum begnügt man sich also lediglich mit dem Viertelfinale? Wenn aber selbst Präsident Aziz Yildirim der Öffentlichkeit mitteilt, dass ihr Ziel nur das Erreichen des Viertelfinals war, so sollte dies Jedem genügend Denkmaterial mit auf den Weg geben…

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3 Kommentare

1. E. S. schrieb am 09. April 2008 um 23:07

Ich kann den ersten Satz nicht nachvollziehen. So sehr ich Ballack für einen überschätzten Spieler halte, halte ich es auch falsch, ein Tor mehr als ein Abwehrfehler zu werten als ein Können des Schützen. Schließlich wird er die Abwehr wohl zu Fehlern bezwungen haben. Außer es liegt ein Eigentor vor ohne Fremdeinwirkung.

Im zweiten Absatz gefällt mir nicht, dass Fenerbahe das Spiel dominiert hätte. Ich habe das Spiel gesehen und war der Ansicht, dass Chelsea das Spiel kontrolliert hat. Schließlich hatte Chelsea auch die weit besseren Chancen im Spiel während Fenerbahce nur durch ein Paar Standards gefährlich wurde. Aus dem Spiel heraus ging sehr wenig.

Im dritten Absatz sind wir einer Meinung ;)

Im vierten Absatz ebenfalls. Allerdings habe ich diese Schlagzeilen auch vorhergesehen. Typisch. Eine der Sportzeitungen wollte das Resultat sogar dem Schiri in die Schuhe schieben. Er habe für seinen Landsmann Ballack gepfiffen. Lächerlich.

2. B. A. schrieb am 10. April 2008 um 14:18

Der erste Satz ist aus den Gedanken entstanden, dass Chelsea weitaus ungefährlicher und schlechter gespielt hat als im Hinspiel in Istanbul. Dagegen hat die türkische Abwehr - bis auf die dritte Minute - kaum etwas durchgelassen, und wenn mal etwas war, stand Volkan immernoch im Kasten. Wir hatten zwar keine Chancen in den ersten 45 Minuten, haben dem Gegner aber auch so gut wie keine gefährlichen Chancen gegeben. Wenn man dann noch in Anbetracht zieht, dass Fenerbahce vor fremden Fans gespielt hat, ist ihre Leistung denke ich über die der Engländer zu stellen.

Was Ballack angeht: Er stand einfach viel zu frei im Strafraum. Das liegt wohl an der fehlenden Konzentration zum Spielbeginn. Ich kann da wirklich nichts tolles sehen. Ein schönes Kopfballtor wäre für mich, um mal ein Beispiel zu nennen, so wie das Tor Okans gegen Rizespor vor einigen Spieltagen. Mit seinen 1.70m und zwischen all den Abwehrleuten unhaltbar riengeköpft. Das ist Können.

Zur Dominanz: Das meiste habe ich ja bzgl des ersten Satzes erläutert. Hier möchte ich aber noch vor allem auf die letzte halbe Stunde verweisen, als die Londoner im “AC Milan Style” sich mit Allemann in die Defensive gestellt haben. Davor war es ein “Spiel im Mittelfeld”, mitmeiner Ansicht nach besseren türkischen Ansätzen, doch danach (und das ist ein erheblich großer Teil des Spiels) war von Chelsea nichts mehr zu sehen.

Das mit dem Schiri habe ich auch mitbekommen. Er mag zwar wirklich an einigen Stellen eine Partei ergriffen zu haben, aber da darf sich Fenerbahce keinesfalls beschweren. Sie sind ja vor kurzem mit solch einem Skandal in der Presse erschienen. Was man sich selbst nicht wünscht, sollte man an anderen nicht anwenden…

3. kare schrieb am 19. May 2008 um 17:42

Ich bin kein fener fan aber stellt euch vor ballack hätte diesen ball in der anfangsphase nicht reingemacht.dann wäre fener im vorteil und chelsea hätte ja auch nicht gewartet bis zur 88.min ich hab das spiel gsehen und fener war in der ersten hälfte enttäuschend schwach und hatten niemanden der vorne druck machte.aber andererseitz hat fener selbst die schuld,weil sie haben fast nur südamerikaner in der ersten elf gehabt haben, die praktisch keine erfahrung hatten in europa.und auch chelsea hatte glück die chancen in der 2. hälfte waren gut 2 gut parierte distanzschüsse und ein glücksgriff von hilario hat chelsea das weiterkommen gebracht.ich finde es nicht unverdient, weil chelsea hat fener wider zurück auf den boden geholt bervor die entgültig flogen. aber gut ist das der türkische fuusbal langsam immer fortgeschrittener wird und fener schon mal den grossen klubs angst gemacht hat.nächstes jahr wen galatasaray zur champions league kommt erwarte ich genau das gleiche damit türkei entgültig als starke mannschaft gesehen wird.

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