15. April 2008

Gastbeitrag: Slomka - entlassen oder befreit?

Nach dem 5:1 in Bremen am Sonntag gab Schalke 04 einen Tag später die sofortige Entlassung von Mirko Slomka bekannt. Mit der Begründung, dass man mit der Arbeit von Slomka nicht zufrieden sei. Nun fragt man sich, ob die Schalker Führung die Realität komplett aus den Augen verloren hat.

Gelsenkirchen - Wie jeden morgen beginnt Slomka mit dem Training auf dem Gelände des Schalke 04 , so auch am Montagmorgen. Alles scheint den Normen nach zu laufen - nur die Stimmung ist nach der 1:5 Niederlage aus Schalker Sicht in Bremen entsprechend schlecht. Bei der Mannschaftssitzung gegen 12 Uhr betritt plötzlich Andreas Möller, Manager von Schalke 04, den Raum und teilt der Mannschaft und dem Trainer mit, dass sich der Club vom Trainer trennen wird. Slomka verabschiedet sich somit von der Mannschaft und verlässt ohne großes Aufsehen das Gelände von S04.

Wie kam es zu der Entlassung? Die ersten Anzeichen gab es bereits in der letzten Saison, als Schalke die schon sicher geglaubte Meisterschaft noch an den letzten Spieltagen verspielte. Damals musste aber nicht Slomka den Sündenbock spielen, sondern Starspieler Lincoln, der darauf zu Galatasaray SK verkauft worden war und von dem der Nachfolger verzweifelt gesucht wird. Dabei gab es doch eine so große Euphorie zu Beginn der Saison bei Schalke. Hinter verschlossenen Türen wurde sogar von der Meisterschaft geredet, wobei komplett übersehen wurde, dass der Kader der Schalker einfach zu zweitklassig ist und es im Sturm und im Mittelfeld an guten Spielern mangelt. Dies war Experten schon vor der Saison klar, doch der Schalker Vorstand war überzeugt von der Qualität der Mannschaft und hielt es nicht für nötig, sich noch zu verstärken.

In der laufenden Saison wurde dann jedoch schnell klar, dass den Schalkern treffsichere Spieler fehlen, die eine konstante Torgefahr darstellen. Keiner der Stürmer, außer vielleicht Kevin Kuranyi, scheint auch nur im weitesten Sinne torgefährlich zu sein. Das Mittelfeld ebenfalls eine Enttäuschung was Torgefährlichkeit betrifft. Zwar spielt man sich immer wieder riesige Torchanchen heraus, hat dann aber keinen, der den Ball über die Linie bringen kann. Und trotzdem schaffte Mirko Slomka ein kleines Wunder und brachte die Profis aus Gelsenkirchen mit dem vorhandenen Kader in das Viertelfinale der Champions League, wo er nur knapp gegen den FC Barcelona scheiterte. Eine große Trainerleistung wie man meinen will - immerhin ist man damit international der beste deutsche Klub. Dies scheint jedoch für die Verantwortlichen bei S04 immer noch zu wenig zu sein. Und auch in der Bundesliga steht man alles andere als schlecht da. Immerhin hat man es nach einer kleinen Serie wieder geschafft, um die Champions League Plätze mitzuspielen, aber auch dies genügt dem Vorstand nicht zufrieden zu sein. Schließlich soll nach über 40 Jahren mal wieder die Meisterschale nach Gelsenkirchen.

Die Art und Weise der Entlassung Slomkas ist einfach unmenschlich und unsportlich, denn ob man Slomka, der nebenbei der beste Schalke Trainer aller Zeiten ist, noch diese par Spieltage seine Arbeit machen lässt oder ob man zwei äußerst unerfahrene Trainer wie Mike Büskens und Youri Mulder an die Seitenlinie stellt, hat mit Logik recht wenig zu tun. Bleibt Schalke nur zu wünschen, dass sie die Realität einholt und dass sie für ihr Verhalten an Mirko Slomka in sportlicher Hinsicht bestraft werden.

Autor: Patrick

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3 Kommentare

1. Schalke führt Cottbus vor – Duisburg darf hoffen « Schalke-Arena, Euroligist, Mirko Slomka, Kevin Kuranyi, Schalke, Energy Cottbus, Hansa Rostock, Werder Bremen, MSV Duisburg, 5:0, Niederlage, Sieg, Klassenerhalt, Abstiegskampf « fs schrieb am 15. April 2008 um 22:27

[...] hohe Sieg scheint so, als sei es eine Antwort auf all die Kritiken bezüglich der Entlassung Slomkas. Die „Euroligisten“ können sich also mit ihrer ersten Begegnung an der Seitenlinie [...]

2. E. S. schrieb am 16. April 2008 um 10:12

Die Art und Weise sowie der Zeitpunkt der Entlassung von Mirko Slomka ist in der Tat unglücklich. Schließlich hat Schalke noch das Beste erreicht mit den zur Verfügung stehenden Spielern. Wenn man einen Lincoln ziehen lässt ohne adäquaten Ersatz zu verpflichten, darf man sich nicht wundern, wenn es nicht besonders gut läuft.

An den Stürmern liegt es sicherlich nicht.

3. Patrick schrieb am 16. April 2008 um 14:06

Der Sieg gegen Cottbus kann nicht das Ergebniss der Lesistung der neuen Trainer sein, dafür war die Zeit die sie hatten einfach zu kurz und im Grunde haben sie nichts verändert am Team, woraus ich schliesse, dass entweder die Mannschaft den Trainer nichtmehr wollte und deswegen so schlecht gespielt hat, oder das Cottbus einfach ein sehr schwacher Gegner ist, was eher der Fall ist, da Cottbus so unterirdisch schlecht gespielt hat und nichts von der Klasse gezeigt hat, die sie z.B. gegen Bayern gezeigt haben.

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