Sensation: Emre wechselt zu Fener
Die Sache ist so gut wie sicher: Der angebliche Galatasaray Fan und Ex-Gala-Spieler Emre Belözoglu, der in diesen Tagen noch unter Vertrag bei Newcastle United steht, wird zur neuen Saison in einem gelb-blauen Trikot für Fenerbahce SK auflaufen. Die Türkei ist verwundert über diese Entscheidung, Fenerbahce froh, Galatasaray enttäuscht. Ein Zusammenspiel der Emotionen ereignet sich in der diesjährigen Transferphase. War Emres Entscheidung richtig? Oder ist die Wut vieler Gala-Fans berechtigt?
Zu Beginn sollte erst die Frage beantwortet werden, ob die Rückkehr in die Heimat an sich eine zutreffende Entscheidung war, ehe man über die Vereinsauswahl diskutiert. Emre Belözoglu befindet sich momentan noch in seinen guten Jahren. Er ist unter 30, hat in seiner Vergangenheit Erfolge zu verzeichnen, ist nach seinen Stationen bei Galatasaray und Inter Mailand als enorm erfahren einzuschätzen und wurde sogar von Pele als einer der 125 besten aktiven Fußballer eingestuft worden. Er ist populär, hat(te) ein gutes Image. Anstatt weiterhin einen erneuten Höhepunkt seiner Karriere in Europa anzustreben, ist er nun in ein Land gezogen, dessen Fußball ein sehr viel niedrigeres Niveau aufzuzeichnen hat als das des englischen. Zudem kommt noch hinzu, dass seine Vereinswahl für ihn der Anfang vom Ende bedeutet. Fenerbahce – ein Club ohne internationale Ziele. Ein Verein, der vergangene Saison zum ersten Mal in der europäischen Szene aufgelodert ist und womöglich nächste Saison nicht einmal annähernd die gleiche Leistung erbringen kann. Ein Verein, wo er mit Alex de Souza einen unbezwingbaren Konkurrenten hat und somit vermutlich auf die Ersatzbank verbannt wird.
Nicht nur dies. Emre Belözoglu hat mit dieser Aktion bewiesen, dass es ihm im Fußball lediglich ums Geld geht. Keiner hat seine Aussagen aus den letzten Jahren vergessen, in denen er immer wieder behauptete, dass er seine Karriere in Europa fortsetzen wolle und im Falle einer Rückkehr in die Heimat lediglich zu Galatasaray SK wechseln würde, weil er ja ein solch großer Gala-Fan sei und er wolle, dass man ihn für die Ewigkeit als einen „Löwen“ in den Gedanken haben soll. Wo bleibt der Mann, der hinter seinen Worten stand?
Beim Fußball darf es keinesfalls nur um das Finanzielle gehen. Liebe, Stolz und Treue sollten stets im Mittelpunkt bleiben. Wo bleibt bei Emre der Stolz eines Galatasaray-Profis? Wo bleibt seine angebliche Liebe zu seinem ehemaligen Verein? Und wo die Treue zu denjenigen, die ihn entdeckt, aufgezogen und zu einem Weltstar gemacht haben? Die Treue zu denjenigen, deren Liebling er war? Ob früh oder spät wird Emre diese Entscheidung bereuen, doch dann wird der Zug bereits abgefahren sein. Denn wie Faruk Süren bereits sagte: „Emre hat den passenden Verein für sich gefunden.“ Für die gelb-rote Gemeinschaft gibt es einen Emre nicht mehr.

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3 Kommentare
1.
E. S. schrieb am 03. June 2008 um 09:47
Man ließt heraus, dass der Autor ein leidenschaftlicher Galatasaray Fan ist
Ich finde die Entscheidung Emres ebenso falsch. Allerdings wäre es auch nicht richtig, den Transfer über zu bewerten. Emre galt bis vor einigen Jahren noch als ein Riesentalent. Aus diesen Schuhen ist er nie herausgewachsen. Im Zentrum des Mittelfelds ist er nicht in der Lage das Spiel zu leiten, an sich zu ziehen oder auch seine Mitspieler anzuspornen. Seine Entwicklung ist mit seinem Transfer ins Ausland ins Stocken geraten. Bei Inter konnte er sich nie so richtig durchsetzen und bei Newcastle - wenn auch durch Verletzungen häufig verhindert - ebenfalls nicht. Unter Strich gehört er zu den meist überschätzten Spielern in der Türkei, was sich leider auch in der Nationalmannschaft bemerkbar macht. Er ist stets gesetzt.
Bei Fenerbahce wird er nicht glücklich werden, ob er spielt oder nicht. Seine einzige Chance: Er spielt sich bei der EM in die Herzen und geht mit einem dicken Polster in die Türkei. Ansonsten wird er sehr schnell die türkischen Medien zu spüren bekommen. Ein Druck, mit der er nicht zurecht kommen wird.
Galatasaray Fans sollten den Abgang Emres nicht vergessen. Er ging ablösefrei zu Inter. Zu einer Zeit, wo niemand damit gerechnet hatte. Schließlich wurde er bei Galatasaray hinter Hagi zu dem, was er war. Wenn er sich heute lieber bei Fener gut bezahlen lässt, so wundert mich das überhaupt nicht. Ein Spiele mit Größe aber, muss - wie bereits vom Autor ausgeführt - ein Mindestmaß an Charakter und Patriotismus für sein Verein mitbringen. Wer hinter dem Geld herläuft, hat für den Ball keine Kraft mehr.
2.
Cefakar67 schrieb am 21. July 2008 um 19:10
Tja so reden galatasaray anhänger sich eine niederlage im transfermarkt zurecht, meiner meinung nach war fenerbahce für Emre die einzig richtige entscheidung, wenn man schon in die Türkei zurückkehrt. Fenrbahce ist Emres einzige chance sich nochmal auf internationalem parkett zu beweisen, da Galatasaray nicht mehr die klasse von 2000 hat und bei weitem nicht das management und spielerpotenzial vorzuweisen hat, das mann braucht um international mit zu reden, war es die einzig richtige entscheidung.
3.
Burak Altas schrieb am 22. July 2008 um 12:58
“Tja so reden galatasaray anhänger sich eine niederlage im transfermarkt zurecht”
Niederlage im Transfermarkt sieht wohl anders aus. Wenn man für eınen Spieler, der sich letzte Saison neulich bewiesen hat, 28 Mıllionen bezahlt, zeugt dies sicherlich nicht von grosser Kompetenz in Sachen Transfers. Diejenigen, die Gala dafür kritisiert haben, dass sie einen Opa als Trainer hatten, haben nun selbst einen. ihr bezahlt für eınen verletzten Emre Millionen Dollars. Wartet ab, wie er euch zur Last wird.
Ausserdem ıst Fener sicherlich nicht dıe richtige Addresse, sich im internationalen Geschaeft beweisen zu können. Lediglich einmal Viertelfinale gespielt… Bringt so etwas erst einmal ın die Routine, dann kann man Fener als eine Europamannschaft bezeichnen.