02. June 2008

Türken bestehen letztes Testspiel gegen Finnland

Die Türken haben vor der bevorstehenden Europameisterschaft 2008 ihr letztes Freundschaftsspiel gegen Finnland mit einem erfolgreichen 0:2 absolviert und befinden sich nun in der Wartezeit auf die erste Gruppenbegegnung gegen Geheimfavorit Portugal. Die Partie fand in der MSV-Arena in Duisburg statt, was aber von der Anzahl der Fans her als eine schlechte Wahl erschien. Schlappe 15.036 Fußballgäste durfte die Arena empfangen. Man hatte mit einer deutlich höheren Beteiligung gerechnet.

Schon vor dem Anpfiff wurde der Kader Terims, der ja vorher auf harte Kritik gestoßen ist, lauthals bejubelt und willkommen geheißen. Vor allem die Fans von der König Pilsener Fankurve sorgten rund um das Stadion für eine erlebenswerte Stimmung, die man durchaus als einen großen Anteil an dem Sieg betrachten darf. Ich erinnere mich an keine Minute, wo wir aufgehört haben das Team anzuheizen – obwohl sie teilweise nicht sehr überzeugend aussahen und obwohl ein Großteil der Fans die Kaderauswahl für falsch hielt. Die Duisburger Fans waren den Bochumern ein Vorbild, die die türkische Mannschaft nach der Niederlage gegen Uruguay gnadenlos ausgepfiffen haben.

Nun zur Partie an sich: Eigentlich waren keine besonderen Szenen zu sehen. Diejenigen, die gefährlich waren, wurden in der 16. Minute von Tuncay Sanli und in der 88. Minute vom eingewechselten Semih Sentürk in Treffer verwandelt. Dennoch fielen einige der Jungs auf – sowohl positiv, als auch negativ. Überzeugt hat mich vor allem die türkische Abwehr mit Sabri Sarioglu, Servet Cetin und Hakan Balta. Eine Ausnahme bildete Gökhan Zan, für den ich lieber Emre Güngör in der Startelf gesehen hätte. Torhüter Volkan Demirel war in den wenigen finnischen Aktionen stets richtig platziert und kann somit von einer für sich erfolgreichen Partie sprechen. Ich glaube aber kaum, dass er es gegen Portugal erneut so leicht haben wird. Ansonsten stachen noch Mehmet Aurelio und Mevlüt Erdinc stark hervor, die beide dem Team durch ihre Leistung vieles beigetragen haben. Mevlüt überzeugte jedenfalls weitaus besser als Nihat Kahveci, von dem man nicht sonderlich viel zu sehen bekam. Der größte Flop war allerdings zweifellos Emre Belözoglu. Mir scheint es schon fast, als habe er nach seinen Erfolgsjahren bei Galatasaray Istanbul seinen Beruf verlernt. Vielleicht wäre Yildiray Bastürk doch die bessere Wahl gewesen.

Wenn man nun alle drei Testspiele der Türken in Verbindung mit der nicht allzu leichten Gruppe bringt, kann man von einer noch nicht bereiten türkischen Nationalelf sprechen. In keiner dieser Spiele hatte man das Gefühl, als seien die Türken topfit. Die erste Hälfte des Finnland-Spiels sah eigentlich recht gut aus, dieser Eindruck wurde dann aber im zweiten Durchgang zunichte gemacht. Man darf hoffen, dass Fatih Terim seine Fehler bei der Kaderaufstellung erkennt, schwache Spieler herausnimmt und die bestmöglichen Profis auflaufen lässt, die Mannschaft gut motiviert und angemessen vorbereitet. Es sind nur noch fünf Tage bis zur ersten Partie. Viel Glück Terim. Viel Glück Türkei.

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