10. June 2008

Frankreich enttäuscht und enttäuschend

In der Todesgruppe der diesjährigen Europameisterschaft hatte es der Vize-Weltmeister von 2006 gestern Abend mit dem Gruppenaußenseiter Rumänien zu tun. Schaut man auf die Quoten bei diversen Fußballwetten, so kann man leicht sehen, dass Frankreich die Rolle als haushohen Favoriten bekleidete. Vielleicht gingen sie deshalb mit Leichtsinnigkeit ins Spiel, was ihnen zum Verhängnis wurde: Schlechtes Spiel, langweiliger Fußball und letztendlich ein torloses Unentschieden. Frankreich sorgte mit dieser Partie für großen Pessimismus in den eigenen Reihen. Sie spielten enttäuschend – und waren im Endeffekt vom Ergebnis auch selbst enttäuscht.

Über diese Partie ist im Grunde genommen nicht viel zu sagen. Die Rumänen glänzten mit ihrer starken Defensive, während ihr Star Adrian Mutu sich nicht von seinen restlichen Mannschaftskollegen hervorheben konnte und den Anforderungen nicht gerecht geworden ist. Bei den Franzosen sah dies nicht anders aus: Lediglich Bayern-Profi Ribèry bot den Zuschauern einige wenige Szenen, in denen er aufglänzte. Das wars dann auch schon. Die restliche Auswahl Frankreichs machte den Eindruck, als hätten sie vor der Partie Schlaftabletten geschluckt. Die Fans hatten dies nach den 90 Minuten dann nicht mehr nötig.

Überraschend war Raymond Domenechs Auswahl in der Offensive. Der wohl am meisten überschätze Spieler des Fußballs Nicolas Anelka durfte in der Startelf auflaufen, während Superstar Thierry Henry sich mit der Ersatzbank begnügen musste. Selbst nach der Auswechslung Anelkas in der 70. Spielminute durfte Henry nicht den Rasen betreten. Es scheint mir so als müssten gewisse Trainer noch einmal ihre Aufstellungen und Taktiken überarbeiten.

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