Sivasspor setzt sich konsequent durch
Der Beginn der zweiten Saisonhälfte konnte für den Herbstmeister nicht besser aussehen. Mit zwei Toren vor den eigenen Reihen haben sie somit zum ersten ihre hervorragende Heimbilanz weiter verstärkt und zum zweiten den ersten Ligasieg ihrer Geschichte gegen die Löwen eingefahren. So sind sie in ihrer Position als Tabellenführer deutlich gestärkt. Kein Wunder: Ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten hat nun mal die Wirkung von sechs gewonnenen Punkten. Bedenkenswert erschien mir aber der Platzverweis Karans in der 45. Spielminute, was zweifellos eines der Hauptgründe für den weiteren Spielverlauf darstellte. Schließlich war das Spielgeschehen bis zu diesem Zeitpunkt unter Istanbuler Kontrolle.
Auch Ümit Karan, bis zum Verweis Teamkapitän, wusste nicht recht, weshalb er nun das Spielfeld verlassen musste. Der Seitenrichter unterstellte ihm die Beleidigung des Schiedsrichters, woraufhin Yunus Yildirim die rote Pappe zückte. Karan aber ist sich keiner Schuld bewusst. Diese Entscheidung wird mit Sicherheit noch lange diskutiert werden.
Darüber hinaus muss erwähnt werden, dass Galatasaray enorm viele Verletzungen plagte und deshalb quasi mit einer B-Elf auflaufen musste. So war die gesamte Innenverteidigung entwder gesperrt oder nicht spielfähig, das Dynamo des Mittelfeldes ebenfalls. Es geht hier um Namen wie Servet, Meira, Lincoln und Kewell, die die Mannschaft allein lassen mussten. Von daher kommt eine Niederlage eigentlich gar nicht einmal so überraschend, wenn man auch die Platzverhältnisse in Anbetracht zieht.
Ein Lob muss man aber Bülent Uygun, Trainer des Spitzenreiters, sowie seinen tapferen Jungs aussprechen. Wenn man nach Gründen und Ausreden für eine Niederlage sucht, findet man nun mal viele. Keine dieser Ausreden kann aber die Leistung des Gegners schlecht reden. Es war wirklich mutig, nach dem Platzverweis noch einen Stürmer einzuwechseln (zu dem Zeitpunkt waren bereits zwei auf dem Felde) und seinen Spielern stets die Offensive zu befehlen. Nur so kann eine Mannschaft an Respekt gewinnen und sich langfristig etablieren. Die Türkei hat viele Teams erlebt, die sich gegen die „Großen“ nach einer Führung sofort in die Abwehr gestellt haben. Ihr Schicksal sah durchweg schlecht aus. Sivasspor setzt Zeichen dafür, dass man zwar die Großen immer noch respektieren sollte und sich nicht überschätzen darf, dennoch im Klaren über die eigenen Fähigkeiten sein muss und diese ggf. auch einsetzen sollte, soweit es die Situation zulässt. Weiter so, Sivas.

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