Sivasspor wirft Galatasaray-Fans Rassismus vor
Unglaublich, was die Fangemeinde Sivasspors sich zu erlauben wagt. Angeblich sollen die Fans des Traditionsclubs Galatasaray Istanbul während des letzten Pokalspiels (Resultat: 1:1) rassistische Sprüche gegen den israelischen Stürmer Pini Felix Balili gerufen haben, weshalb die Sivasspors-Fans nun bei der TFF (Türkischer Fußballbund) und der UEFA Beschwerde einlegen möchten. Als Beispiel wird die Champions-League Partie Atletico Madird – Olympique Marseille aus dem vergangenen Jahr aufgeführt, nach der das Stadion Marseilles für drei Spiele gesperrt wurde.
Die Antwort kam unmittelbar nach der Eröffnung derartiger Diskussionen in Sivasspor-Foren sowie nach der Bekanntgabe auf der Homepage sivasspor.com. Man konnte der türkeiweit stärksten Fangemeinde im Sport, UltrAslan, sichtlich anerkennen, wie amüsiert sie von derartig undurchdachten Behauptungen eigentlich waren. „Die Rufe hatten keinen rassistischen Inhalt, weil in den Sprüchen nicht die Rede von einer „Rasse“ oder einer Ethnie war. Es war eine Reaktion gegen einen Staat sowie die Grausamkeit dieses Staates gegenüber einer anderen Ethnie bzw. Rasse.“ Drückt etwa die Fangemeinschaft Sivasspors vor den Gräueltaten Israels ihre Augen zu, weil sie einen israelischen Spieler unter Vertrag haben?
Aus diesem Blickwinkel betrachtet sind vielmehr die Fans des rot-weißen Clubs zu kritisieren. Sie tragen die Farben der Nation auf der Brust. Doch während das Oberhaupt des Landes, zu dessen Fahne, zu dessen Farben sie sich bekennen, am gestrigen Abend in Davos auf eine höchst lobenswerte Art und Weise dem Staat Israel sowie all seinen Unterstützern das Grauen in Palästina vor Augen geführt und deutlich seine Position aufgezeigt hat, ja sich sogar nicht mehr mit dem Vertreter eines das palästinensische Volk terroriesierenden Staates aufhalten wollte, kniet Sivasspor unter dem Vorwand von vermeintlich rassistischen Rufen vor den realen Gegebenheiten in dieser Geografie.
Selbstverständlich muss gegen den Rassismus im Fußball angekämpft werden. Als Beispiel wäre in diesem Zusammenhang die inakzeptable Haltung einiger Fans aus Jena während des letzten Pokalspiels gegenüber dem Schalker Stürmer Asamoah zu nennen, der aufgrund seiner Hautfarbe massiv diskriminiert und beleidigt worden ist. Auch in der Partie Hertha Berlin – Babelsberg wurde N’Diaye sogar so weit niedergemacht, dass er seinen Tränen keinen Halt mehr bieten konnte.
Wie aber kann man Bürger, die nach einem Treffer eines israelischen Spielers die „unverhältnißmäigen Angriffe“ (Zitat: R.T. Erdogan) seines Landes kritisieren (Nicht seiner Ethnie!), Rassismus bzw. Antisemitismus vorwerfen? Ist es nicht Aufgabe eines jedes Einzelnen, Stellung gegen „Kriegsverbrechen“ zu nehmen? Weshalb zieht man dies in eine völlig falsche Richtung und verzerrt Tatsachen? Und die wichtigste Frage: Wer zieht Nutzen daraus?
Fragen über Fragen, die hoffentlich in den folgenden Tagen von Seiten der Urheber derartiger Behauptungen, wie sie oben geschildert worden sind, beantwortet werden. Eines bleibt jedoch gewiss: Diese Haltung passt weder zu einem solch im sportlichen Sinne vorbildlichem Verein, der die Unterstützung von Millionen Fußballfreunden speziell aus Anatolien erhalten hat, noch steht sie im Einklang mit der Meinung der Bevölkerung aus Sivas. Sie haben nämlich ihre Solidarität zu Palästina bei zahlreichen Demonstrationen unter Beweis gestellt – im Gegensatz zu ihrem Vertreter im Fußball.

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Ein Kommentar
1.
Fussball Wetten schrieb am 02. November 2009 um 11:41
Ich finde es traurig, dass dieses Thema noch immer eine so grosse Rolle spielt. Die Leute, die solchen Äusserungen abgeben, wissen in den meisten Fällen nicht mal von was sie da überhaupt sprechen.